Herren Regionsoberliga Leipzig
Lok Leipzig-Mitte – VfB Eilenburg 27:34 (14:13)
Der VfB Eilenburg schlägt den souveränen Spitzenreiter der Regionsoberliga mit 27:34 Toren. Ein Spiel, welches in die Eilenburger Handballgeschichte eingehen wird und an dass sich die Spieler noch lange erinnern werden: „Erinnerst du dich noch, als wir Lok Mitte geschlagen haben?“
Das solch ein Spiel zur Legende wird, ist durchaus auf die tolle Eilenburger Tagesform zurückzuführen. Dennoch sind es die Leipziger, die als unschlagbar gelten und mit ihren großartigen, sowie verdienstvollen Handballern aus dem Leistungssport, welche in den letzten Jahren so manche Lehrstunde verabreichten, die das Maß aller Dinge sind. Seit 2019 für Lok Leipzig-Mitte in der Bezirks- und Regionsoberliga spielend, haben sie seither nur 2-mal verloren und der HV Böhlen erreichte 2024 ein 27:27. Gerüchte besagen: „Nur der Aufsteiger wird die Verbandsliga halten, der im Aufstiegsjahr die Loksche von der Imbe im Ligawettbewerb geschlagen hat!“ Schade, dass Lok Mitte nicht mehr an der Imbe spielen kann. Die SG MoGoNo Leipzig hat es im vergangenen Spieljahr 2025 mit 30:26 geschafft, die Loksche zu bezwingen. Dem VfB Eilenburg gelang dies 2023 nicht.
Nun zum aktuellen Punktspiel der Eilenburger in Leipzig. Klangvolle Namen mit hinreichender Handballerfahrung hatten die VfBler vor der Brust. Stephan Sarközi, Steve Schumacher, Manuel Röttig, Marco Kienitz oder Marco Horschig wurden von DHfK-Bundesliga Co-Trainer Enrico Henoch betreut.
In der ersten Halbzeit fühlte sich der Wettkampf nach der erwartet deutlichen Niederlage an. Lok Leipzig-Mitte ging souverän mit 5:1 in Führung. Die Gäste brauchten für ein Tor zu viele Anläufe und die Spielideen waren für die Favoritenabwehr zu durchsichtig. 8:4 für Lok Mitte und 10:6, die Leipziger hatten die Partie kontrolliert im Griff. Lange Angriffe von beiden Teams, das Spiel ging seinen erwarteten Gang. In der 24. Spielminute erhöhte der Gastgeber sogar auf 13:8, 5 Tore vor und nur noch 5 Minuten bis … Trainer Andy Birnbaum nahm die Eilenburger Auszeit und rüttelte seine Mannschaft wach. Tatsächlich leitete diese Auszeit im Nachhinein die Spielwende ein. Kimi Hentzschel, Florian Funke, Lukas Lieder und Jannis Saalbach schafften in nur 4 Minuten die Trendwende. Vier Tore von vier Spielern und der Anschluss zum 13:12. Dazu 24 Sekunden vor dem Pausenpfiff die Chance per 7-Meter zum Ausgleich zu gelangen. Baff, Lukas Lieder versenkt den Ball nervenstark - „Wir sind wieder da!“ Clever die Leipziger, die sich im Jubeltaumel noch die 14:13-Halbzeitführung zurückeroberten. Gefeiert wird eben erst nach dem Spiel. Wahrscheinlich brauchten die Eilenburger diese Lehrsekunden noch.
Anpfiff zur 2. Spielhälfte. Die Muldestädter nahmen den Schwung der letzten Minuten der 1. Halbzeit mit in die zweite Halbzeit. Eilenburgs Topscorer der ersten Hälfte Lukas Lieder und Moritz Zöllner brachten gleich zu Beginn den VfB mit 14:15 in Front. Die erste Führung. Jannis Saalbach setzte noch einen drauf und erzielte das 14:16. Anschlusstreffer von Lok Mitte, das 15:16 und erneuter Doppelschlag von Eilenburg durch Kimi Hentzschel und Moritz Zöllner, 15:18. Der Leipziger Trainer Henoch nahm schon in der 36. Spielminute die Auszeit. Mit dem Anpfiff wird Leipzig offensiver. Nun ist für den VfB Joker-Time. Dan Stäter und Yves Gläser übernehmen die Verantwortung. Mit ihren 5 Toren und einem Treffer von Möritz Zöllner bauten die Muldestädter die Führung auf 16:24 aus. Dan Stäter erzielte seine 7 Tore allein im 2. Abschnitt und war eine wichtige Säule für den Sieg. Ob Einzel-, Mannschaftsmanndeckung oder körperbetontes Pressing, die Gäste aus Eilenburg faden spielerische und auch personelle Lösungen, welche Richtung Spielgewinn führten. Vor allem in der Offensive galt es gegenzuhalten, was dem VfB Eilenburg eindrucksvoll gelang. Im Tore werfen lag der Schlüssel zum Erfolg, denn die Gastgeber besaßenzahlreiche Varianten, den Angriffsrhythmus zu stören.
Über die Stationen: 20:27, 23:30 und 26:33 hielten die Muldestädter den 7-Torevorsprung bis zum Spielende. Der 27:34-Erfolg war auch in dieser Höhe ein verdienter Sieg, den die Spieler gebührend feierten.
Fazit: Eilenburg überzeugte in der Defensive als Basis, aus der die Spieler Tempo machten. Hervorzuheben ist die flexible und mannschaftlich geschlossene Angriffsleistung. Einerseits wurde das Tempo in der 2. Halbzeit verstärkt und vor allem von Moritz Zöllner abgeschlossen. Zweitens trotzten die Muldestädter den Manndeckungsvarianten der Leipziger gegen die vermeidlichen Schlüsselspieler. In diesen Phasen erwies sich Yves Gläser, Dan Stäter und Lukas Lieder als echte Leistungsträger.
Es spielten: T. Hentzschel (TOR), L. Angermann (TOR) – A. Bürger, L. Lieder (6/3), D. Stäter (7/3), K. Rippert (1), F. Funke (2), Y. Gläser (4), J. Gredig (3), J. Saalbach (3), T. Hildebrand, K. Hentzschel (3), C. Zschernitz, M. Zöllner (5), M. Baruth, A. Birnbaum (Trainer)